Um die Diskussion über die Logofirmen in ein etwas anderes Licht zu rücken, möchte ich gerne den Aspekt der ausgeprägten Neophobie einbringen.
Mit ein Hauptgrund warum Menschen auf Marken vertrauen und sich dadurch eben auch ausnutzen lassen ist ihre ureigene Neophobie. Die Neophobie (Angst vor dem Neuen) lässt sich bei Tieren und Menschen gleichermaßen beobachten und ist wohl ein tief verwurzelter Reflex. “Wenn sie die Wahl zwischen einer bekannten und einer unbekannten Alternative haben, entscheiden sie sich für die bekannte, selbst wenn diese Schwächen aufweist.” schreibt Daniel Goldstein (2007 Harvard Business School Publishing). Er sagt auch, dass Neophobie ein verständliches Verhalten ist, da es dem Menschen den Aufwand erspart alle Fakten gegeneinander abzuwägen.
Und genau da sehe ich die Wurzel des Übels: die Bequemlichkeit und die Tendenz sich das Leben leichter zu machen.
Aber gerade das Nachdenken und Fakten abwägen sollte die Stärke des Menschen sein. Leider ist es das oftmals nicht. Und so lassen sich viele Menschen von Markenversprechen blenden und vertrauen den Marken anstatt sich ein paar Gedanken mehr zu machen und die vernünftigere Alternative zu wählen.
Greift also die Diskussion der rücksichtslosen Ausnutzung durch Logofirmen zu kurz? Gibt es zwei schuldige Seiten: die angeprangerten Unternehmen und ihre Kunden, die sich betrügen lassen, weil sie zu bequem sind?
Ich finde es reicht nicht aus, als kleiner David nur gegen die großen ”Goliath-Unternehmen” zu wettern, solange man die Mitmenschen nicht auf ihre Bequemlichkeit und Eigenverantwortung hinweist.
Das passiert aber viel zu selten weil es unpopulär ist.