Schwarzer Moderkäfer

Der Gute ist mir heute im Garten begegnet. Nach einer kuzen Begutachtung in Klaras Schauglas und einer Fotosession habe ich ihn wieder freigelassen.
Interessanterweise war der Käfer überhaupt nicht scheu. Vielmehr machte er richtige Drohgebärden. Er drehte sein Hinterteil hoch wie ein Skorpion, nicht um zu stechen sondern um gegebenenfalls ein übelriechendes Sekret zu verspritzen. Dass der Bursche aber auch noch kräftig zubeissen kann und das sehr schmerzhaft werden kann überascht mich nicht bei den kräftigen Kiefern.

Man ist das heiß…

KlimagerätHeute war es wieder mal schweineheiß.
Da habe ich mich dazu hinreißen lassen, bei Praktiker ein Monoblock Klimagerät zu kaufen. Ist ja so einfach: Stecker rein, heiße Luft mit dem Schlauch raus und schon ist es schön kalt im Schlafzimmer.

Dachte ich so. Aber weit gefehlt.

Schon der Name Klima1stKlaas 5085 Designerklimaanlage hätte mich stutzig machen müssen. Das ist allerbilligster Importschrott aus China.

Die Kühlleistung ist schwach, 12000 BTU werden niemals erreicht. Das Gerät schafft es nicht einmal bei 34,5° Aussentemperatur ein 12qm Dachzimmer unter 30° zu kühlen. Dann kann ich es auch sein lassen.

Die Installation war garnicht so schwer. Der 150 mm Schlauch ist sehr kurz (ca. 1,5 Meter). Um die warme Abluft durch einen alten Rollokasten zu leiten, musste ich das Klimagerät auf ein Tischchen stellen. Die Fenstereinfassung ist in Deutschland nutzlos, da es hier kaum Schiebefenster gibt. Ausserdem entweicht warme Luft zwischen Schlauch und Gerätemanschette. Am besten dichtet man die Schlauchenden mit zusätzlichem Gewebeband ab.

Das Gerät wird vorne und an der linken Seite heiss und gibt dadurch wieder Wärme in den Raum ab – echter Mist. Dazu kommt der heiße Abluftschlauch, der wie eine Heizung wirkt. Und da die heiße Abluft auch noch einen Unterdruck im Raum erzeugt strömt dauernd warme Luft durch alle Ritzen nach. Dagegen kann man so gut wie garnichts machen.

Die Geräuschentwicklung ist enorm hoch. Der Kompressor röhrt und die Lüfter sind deutlich hörbar. Hinzu kommt dass die Seitenverkleidungen scheppern. Für Schlafzimmer und Büro ist das 5085 damit ungeeignet.

Die Bedienungsanleitung ist schlecht und unlogisch aufgebaut: Die Installation findet sich im hinteren Drittel.

Soweit meine Erfahrungen.
Ausserdem flog der Schlauchstutzen dauernd aus dem Rollokasten. Morgen versuche ich etwas anderes als Heißkleber. Wobei ich mittlerweile schon so enttäuscht bin, das ich mich frage, was ich mit dem Schrott noch anstellen soll…
Hat jemand eine Idee?

Die Top 3 der schlimmsten Unternehmen

Heute gebe ich euch mal meine ganz persönliche Einschätzung der schlimmsten Unternehmen. Schlimm meine ich aus Kundensicht und in der Regel zeigt sich das wahre Gesicht auch erst dann, wenn mal etwas nicht nach Plan oder Schema F funktioniert. Dann zeigt sich recht schnell wie souverän oder eben auch nicht ein Unternehmen und deren Mitarbeiter reagieren.

Platz 1: Vodafone
Die absolute Kundenabzock- & Verarschungsfirma in Deutschland und möglicherweise auch ausserhalb ist eindeutig Vodafone.
Nachdem mir das Unternehmen für 3 Simkarten für Beate, mich und Opa Westphal glatte 60 Euro im Monat abknüpfen wollte (macht 720 Euro im Jahr!!! oder über 1400 Mark) wollte ich am nächsten Tag die Vertragsumstellung stornieren und anschließend meinen Vertrag kündigen – innerhalb der vorgegebenen Frist. Klappte nur leider nicht, weil ich angeblich ein Handy bei der Umstellung erhalten habe – hatte ich aber nicht. Nun stehe ich zwischen Shop und Zentrale und es stinkt nach Betrug oder zumindest nach Verschleppung der Kündigung. Auf einen Brief an Vodafone Deutschland habe ich nach zwei Wochen eine SMS erhalten ich solle mich doch an den Shop wenden. Eine SMS?! Anonym von ihrem Vodafone-Team. Wow, ist das abgewichst. Das ist die typische „leck-mich-am-Arsch“ Abfertigung einer unterbezahlten Callcentertante.
Liebes Vodafone-Team: Das geht gar nicht!

Platz 2: Deutsche Bahn
Überraschenderweise hatte ich immer viel auf die Bahn gegeben. Nicht mehr so seit heute. Wieder mal haben mich die rot-blauen Freunde heute morgen am zugigen Bahnsteig in Altona verrotten lassen.
Die übliche Salamitaktik bei Verspätungen hängt mir sowas zum Hals raus. Erst 5 Minuten Verspätung, dann 10 Minuten, dann 15 Minuten und so weiter. HALLO gehts noch. Wenn im Stellwerk der Strom weg ist, dann kommt er auch nicht wieder von selbst zurück. Dann muss man eben eine Diesellok holen, um den Zug in den Bahnhof zu schieben. Jungs, das macht ihr doch nicht zum allerersten Mal, oder? Und das dauert immer zwischen 30 und 45 Minuten. Macht einfach eine klare Durchsage und gut. Dann hole ich mir ein Käffchen und eine Zeitung und warte irgendwo im Warmen. Aber Nein, stattdessen stehen alle wie doof am Bahnsteig rum und frieren sich den Arsch ab. Wer es wagt, zum Servicepoint zu gehen, dem wird das Rollo vor der Nase runtergezogen – Danke.
Dann auf der Rückfahrt kurz vor Bremen wurde ein schwerer Gegenstand an den Wagenboden geschleudert. Rums! Das hat richtig dumpf geknallt und der Boden hat vibriert. Ich vermute mal, es war eine armlange Eisenstange oder ein faustgroßer Metallgegenstand. Ich kenne dieses typische Metall-auf-Metallgeräusch. Als braver Bahnkunde berichte ich dem Fahrkartenabknipser davon und versuche, eine genaue Ortsngabe zu machen. Man könnte ja mal nachsehen, ob das Ding noch auf dem Gleisbett liegt bevor der nächste Zug reindonnert und noch etwas passiert.
Aber weit gefehlt: der routinierte Fahrkartenabknipser kennt solche Aufgabenstellungen gar nicht. Steht leider nicht im Arbeitshandbuch. Also kommt das, was jeden normalen Menschen zur Weißglut bringen kann: der antrainierte Dummstellreflex! „Hö, was, wie… war wohl ein Steinchen…“
Dazu fällt mir nichts mehr ein. Wohlverdienter zweiter Platz.

Platz 3: Toyota
Ja, das waren mal tolle Autos. Hässlich wie die Nacht brauchten sie gefühlte 1,3 Liter Öl auf 30000000 km und eventuell neue Wischergummis und Bremsklötze. Reparaturen gab’s so gut wie nie.
Dann kamen die Europäischen Designer und stylten den Avensis neu. Dummerweise hat man auch allerhand neue Steuerelektronik mit eingebaut. Das konnte nicht gut gehen. Die Elektronik tut nicht das, was sie soll und der Wagen stirbt immer wieder an Kreuzungen ab. Ohje, und wieder sitze ich in der Zwickmühle zwischen Händler und Toyota Deutschland: keiner fühlt sich verantwortlich. Die Zentrale will sogar einen Zusammenhang mit dem atmosphärischen Luftdruck erkannt haben. Im Ernst?!
Keiner hat einen Cent aus dem Bremspedaldesaster dazugelernt. Statt dessen hagelt es verschwommene Ausreden und Hinhalteparolen. Sorry Toyota – aber das wars. Nach 1,5 Jahren Verarschung kommt mir kein Toyota mehr vor’s Haus.

Von Stehhummeln

Klara hat uns diese Woche mit einer neuen Wortschöpfung verblüfft: der Stehhummel. Das wirklich faszinierende ist Tatsache, dass Klara mit dieser perfekten Umschreibung ein Tier benennt das es auch wirklich gibt. Am Tag zuvor habe ich Klara zum ersten Mal auf dieses Insekt hingewiesen. Dessen Verhalten muss sie so fasziniert haben, dass sie bewusst versuchte sich den Namen durch Assoziation zu merken. Leider beinhaltete der Originalbegriff ein Wort, das Klara zwar verstand aber noch nicht in ihren Wortschatz aufgenommen hatte. Und so entstand in ihrem 3-jährigen Gehirn die Stehhummel aus einer ganz gewöhnlichen Schwebfliege.

Totalschaden in der Küche

Mittwoch morgen 9:15 Uhr. Während mein Rechner langsam hochfährt gehe ich in die Küche und mache mir eine Kanne mit Apfel- Kräutertee. Ich lasse die Teebeutel ein paar Minuten ziehen und gehe in den Garten, um zu sehen wie der Rasen sich entwickelt, nachdem ich in den vergangenen Tagen vertikutiert und gedüngt habe. Der Regen gestern Nacht hat ihm gut getan. Das Moos wird weniger und das Grass wird mehr und sattgrün. Zu meiner Freude gehe ich zurück in die Küche, um die Teebeutel herauszunehmen.

Als ich den Deckel in die Hand nehme und die Kanne schließen will höre ich ein merkwürdiges Geräusch. Ein fieses Knirschen wird immer lauter und bedrohlicher. Drei Sekunden später und 80 Zentimeter vor meiner Nase kracht das schöne „antike“ schwedische Kückenboard von der Wand. Es schlägt auf der rechten Seite auf dem Mixer und der Kaffeemaschine auf, fällt also nur etwa 20 Zentimeter. Aber auf der linken Seite hält es nichts und es knallt auf die Arbeitsplatte. Dann kippt es nach vorne und alle Glasschütten und -behälter rutschen in Zeitlupe heraus. Manche fallen auf den Boden andere fallen drauf und zerschlagen. Dekorativer Mais, getrocknete Chillies und rote Linsen fliegen durch die ganze Küche bis zum Wohnzimmer. Geschockt stehe ich daneben und will retten was zu retten geht. Aber der unansehnliche Haufen ist instabil und weiter Glasgefäße gehen zu Bruch. Ich könnte heulen… überall klirrt und knallt es. Dann ist das Drama vorbei und sieht am Ende so aus: