We’re rare, we’re first, or we’re fucked.

WBWDas ist ein kleines Zitat aus dem wunderschonen Blogpost von Whaitbutwhy zum Fermi Paradox. Dieser Artikel hat mich einige Zeit beschäftigt, besonders die Theorie zum großen Filter. Liest man dann noch den verstörenden Artikel zur künstlichen Intelligenz, dann ergibt sich daraus eine ziemlich üble Vorahnung…

Der Artikel zur künstlichen Intelligenz ist zweiteilig und sehr lesenswert aber nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Ich habe mir dafür drei Abende Zeit genommen; ich bin eben kein schneller Leser. Hinterher habe ich etwa 14 Tage zum Verdauen gebraucht.

Aber so langsam verdichten und verknüpfen sich die verschiedenen Theorien zu einem neuen Gesamt-Weltbild. Das ist zwar ebenfalls nicht sehr erfreulich aber es hilft mir offene Fragen zu beantworten.

Übrigens schreiben die Jungs bei Waitbutwhy auch interessante Artikel zu anderen Themen.

Verkehrstagebuch Wittenbergstraße

EinfahrtVerbotenWie alles begann.

Im Jahr 2013 hat die Polizei und Verkehrsbehörde die zeitlich beschränkte Einfahrt Verboten Beschilderung (7-9 h) zwischen Wittenbergstraße und Wormser Straße entfernt. Ebenso hat sie die Hinweisschilder zur Einfahrt Verboten (7-9 h) (in 400 m) an der Einfahrt zur Wittenbergstraße an der Lutherhöhe entfernt.
Außerdem hat die Polizei 2015 unter Androhung von Strafe durchgesetzt, dass die Anwohner nur noch auf der Straße parken. Bis dahin stellten viele Anwohner ihre Autos mit zwei Rädern auf den Bürgersteig. ParkenDiese Art zu Parken ist in Altona und Bahrenfeld weit verbreitet und war bis vor einigen Jahren sogar durch entsprechende Beschilderung in der Wittenbergstraße erwünscht. Die Schilder verschwanden mit den Jahren und nun sollen wir mit allen vier Rädern auf der Straße stehen. So will es die Polizei und wer sich nicht fügt der zahlt.

Das Resultat beider Maßnahmen ist verheerend.
Einerseits hat das Schild Einfahrt Verboten (7-9 h) wahre Wunder bewirkt und den Durchgangsverkehr aus der Wittenbergstraße effektiv ferngehalten.
Die Verkehrsberuhigung wurde zusammen mit weiteren Einfahrtsverboten an der Von-Hutten-Straße und dem Kielkamp vor Jahrzehnten als Gesamtmaßnahme um den Lutherpark geplant und eingeführt.

Die meisten Autofahrer übersahen schlicht die zeitliche Begrenzung und mieden die Wittenbergstraße gänzlich. Die zu Fuß und mit dem Rad kommende Schüler der Stadteilschule Bahrenfeld hatten dadurch einen sicheren Schulweg zur Rückseite der Schule und wir Anwohner waren durch die Verkehrsberuhigung glücklich.

Obwohl an der Lutherhöhe die Durchfahrt verboten ist und nur Anlieger diese Straße nutzen dürfen hat das bisher wenige daran gehindert nach Schleichwegen zu suchen. Mit dem Wegfall des Einfahrtverbots sind nun regelrechte Dämme gebrochen und der Durchgangsverkehr hat sich vervielfältigt, ca. 5 bis 10fach und besonders morgends und nachmittags währen des Berufsverkehrs.

Durch die zweite Maßnahme, das Parken auf der Straße zu erzwingen werden die Bürgersteige zwar nicht mehr eingeengt aber dafür lebensgefährlich. Dazu komme ich weiter unten. Erst einmal reduzierte sich hierdurch die Anzahl der Parkplätze. Das mag wenig relevant erscheinen hat aber eine unerwarteten Nebeneffekt. Weil nun der Parkraum weniger geworden ist werden die verbleibenden Flächen dichter und bevorzugt einseitig beparkt. Es bilden sich unübersichtliche „Schläuche“ in denen nur noch ein Fahrzeug in jeweils eine Richtung fahren kann. Kommt nun ein anderes Fahrzeug entgegen weichen viele Autofahrer einfach auf den Gehweg aus. Das geschieht mehrmals täglich besonders zu Stoßzeiten und ohne dass die Geschwindigkeit reduziert wird. Im Gegenteil, meist wird noch Gas gegeben, um schnell am Gegenverkehr vorbeizukommen.
Auf diese Art und Weise wurden in den letzten Monaten mindestens zwei Mal Kinder die aus den Gartenpforten auf den Gehweg heraustraten um Haaresbreite umgefahren. An mehreren Gefahrenpunkten wurden bereits Poller auf den Gehwegen aufgestellt. Trotzdem kommt es immer noch täglich zu solch gefährlichen Ausweichmanövern und es ist nur eine Frage der Zeit bis ein tödlicher Unfall, sehr wahrscheinlich mit einem Kind, passieren wird.

Weil diese Situation für die Anwohner und besonders für die Kinder so extrem gefährlich geworden ist habe ich einen Brief an die Polizei/Verkehrsbehörde und den Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung der Bürgerschaft Altona geschrieben. Das Resultat war eine schriftliche Antwort und ein einstündiger Besuch von Herrn Lenz von der Polizei PK252 Nottkestraße am 7. Januar 2016.

Herr Lenz konnte mir erklären warum die Einfahrt Verboten Beschilderung entfernt wurde. Es kam zu gefährlichen Wendemanövern an der Schule und es ist schlicht nicht zulässig das Schild 267 zeitlich zu beschränken (z.B. 7-9 h). So nachzulesen in den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) §§39-43. Darum wurde die Beschilderung ersatzlos entfernt. Auf die Parksituation angesprochen scheint Herrn Lenz das Parken auf dem Bürgersteig ein ganz persönlicher Dorn im Auge zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass ihm die Fußgänger besonders am Herzen liegen, was ich durchwegs befürworte. In dieser speziellen Situation ist das alleinige Parken auf der Straße aber kontraproduktiv.
Der Rest der Unterhaltung, die durchaus angenehm und informativ war, verlief leider recht einseitig und ich hatte das Gefühl nicht oft zu Wort zu kommen. So endete der Besuch einzig mit dem Vorschlag, die Anwohner mögen doch wechselseitig parken, um den Durchfahrern den Fahrspaß zu nehmen. Dieser Vorschlag ist prinzipiell nicht verkehrt hat aber zwei Schwächen. Ungern setze ich mein Auto als Verkehrshindernis ein, weil ich am Ende den Schaden und die Scherereien habe, wenn jemand auffährt. Außerdem wird dadurch der verfügbare Parkraum noch weiter reduziert. Ich schätze, dass dadurch etwa die Hälfte aller Parkflächen im Vergleich zum Erstzustand verloren gehen. Das wird nicht funktionieren und die Anwohner werden gegeneinander aufgebracht.

Weil die Situation so vertrackt ist, habe ich beschlossen hier ein öffentlich zugängliches Tagebuch zu führen. Mir liegt eine Lösung der Situation sehr am Herzen genauso wie das Wohl meiner beiden Kinder und aller anderen Kinder in der Straße.

Should I stay or should I go?

In letzter Zeit frage ich mich, ob es Sinn macht diesen Blog weiter zu betreiben. Seit den Spionageskandalen der letzten Monate ist mir die Lust am Bloggen gehörig vergangen. Was privat ist sollte auch privat bleiben. Aber wer garantiert das?
Nun unterhalte ich diesen privaten Blog und werfe mein Leben nicht freiwillig Facebook, Google und Co. in den Rachen. Aber reicht das? Werden die Inhalte nicht trotzdem maschinall gelesen und ausgewertet? Ein blödes Gefühl bleibt da zurück.

Ganz nebenbei nervt die dauernde Aktualisiererei. Von Windows bereits gewohnt möchte so eine Blogsoftware mit allerhand Plugins ebenfalls alle paar Wochen aktualisiert werden. Leider vergesse ich das gelegentlich und laufe dann Gefahr professionellen Hijackern auf den Leim zu gehen. Ständig werden irgendwelche Sicherheitslücken gefunden die auch tatsächlich gerne ausgenutzt werden – ist mir schon drei Mal passiert. Wenn man dann den ganzen Mist wieder neu aufsetzen muss ist man wirklich am A****.

Und jetzt schreibt mir mein Hoster 1&1 das ich eine veraltete PHP Version verwende und endlich auf die neue Version 5.5 umrüsten soll. Klasse, nur ein Häkchen beim Hoster gesetzt, Ok gedrückt und schon hat es einem die ganze WordPress Installation zersemmelt. Will ich das wirklich?

Nun am Ende will ich es. Erstens bleibe ich so fit und auf dem neuesten Stand  dieser Webtechnologie und zweitens lasse ich mich wegen solcher kleiner Hürden doch nicht zu irgendeinem intransparenten Fertigangebot wie Facebook, Blogger oder Google+ vertreiben. Basta.
I stay.

 

Das Jahr der Auflösung

Irgendwie werde ich zum Jahresende immer etwas schwermütig. Und dieses Mal scheint es ein paar mehr Gründe dafür zu geben. Zum Jahreswechsel geben einige Betriebe auf oder stellen ihre Tätigkeiten ein. Dass es gerade mir lieb Gewonnene sind halte ich für Zufall aber trotzdem finde ich es in jedem Fall schade.

Am schlimmsten finde ich die Geschäftsaufgabe von 1000 Töpfe zum Januar.  Das Kultkaufhaus in der Ruhrstraße war einfach mein Dreh- und Angelpunkt für ganz viele Einkäufe. Anstatt zum Baumarkt ins Kaufhaus oder ins Spielwarengeschäft zu fahren konnte man alles mit einem Besuch erledigen. Und die Fotoabteilung war einfach super. Aber mittlerweile ist es nicht mehr wie früher. Die Regale leeren sich und mit jedem Besuch wird es trauriger. Man bekommt nicht mehr alles und immer mehr Schnäppchenjäger und Billigheimer werden angelockt.

Schlimm ist auch die Einstellung der Financial Times Deutschland. Das war eine super Wirtschaftszeitung. Aber mit solch einem Titel wird man in einer Finanzkrise nichts. Ein Englischer Name und dann auch das Finanz-Unwort im Namen ist ein Garant für schlechte Auflagen. Schade um die tollen Artikel, die Querdenker und die bissigen Kommentare. Ich hoffe die vielen Redakteure werden ihr Werk woanders fortsetzen können.

Und zuletzt gibt die Zahnärztin meines Vertrauens auf. Wie schade ist das denn? Jedes Jahr pilgere ich wenigstens einmal nach Ochsenwerder am anderen Ende von Hamburg. Das tat ich gerne, weil es schwierig ist einen Zahnarzt zu finden, dem man sich gerne anvertraut. Außerdem weiß ich, dass „Willi“ sehr gut präpariert und gewissenhaft arbeitet nur wo finde ich jetzt Ersatz?

So, das wollte ich jetzt mal loswerden.

Eine ganz merkwürdige Stimmung liegt in der Luft…

Heute war ich auch auf dem Rathausmarkt um etwa 1000 Gleichgesinnte zu treffen. Ich war da, um eine neue Bewegung zu unterstützen die mehr soziale Gerechtigkeit erreichen will, die erkannt hat, dass unser Finanzsystem in einer Sackgasse steckt und einige wenige Konzerne und Organisationen skrupellos ganze Staaten in den Ruin treiben.

Occupy Wallstreet ist eine medienwirksame Protestbewegung die viele Menschen bewegt und noch mehr mobilisieren wird. Erwähnenswert finde ich in diesem Zusammenhang: We are the 99%. Die einzelnen Schicksale machen sehr nachdenklich…